Heute um 20:15 kommt auf Pro7 die FreeTV-Premiere von Brokeback Mountain. Der Film, in dem es um eine Liebesbeziehung zw. zwei Cowboys geht hat durchaus gute Kritiken erhalten:
Wie findet ihr die Idee eines solchen Filmes? Es ist ja an sich ein Ziemliches Tabuthema, das damit angesprochen wird.
Ennis del Mar bewirbt sich im Frühjahr 1963 im Alter von 19 Jahren bei der Arbeitsvermittlung für Farm- und Ranchpersonal um eine Stelle. Er landet als Hirte in einem Schafzuchtbetrieb in Wyoming, wo er die Bekanntschaft mit dem gleichaltrigen Jack Twist macht. Jack arbeitet schon den zweiten Sommer am Brokeback Mountain. Der gut aussehende, dunkelhaarige Mann schwärmt für alles, was mit Rodeo zu tun hat. Beide übernehmen tausend Mutterschafe mit ihren Lämmern und ziehen durch den Wald hinauf ins Gebirge am Brokeback Mountain, um die Tiere oberhalb der Baumgrenze zu ausgedehnten Weideflächen zu führen.
Während Ennis im Lager bleibt, muss Jack die Nacht bei den Schafen verbringen und mehrere Stunden täglich zwischen Weideplätzen und Lager pendeln. Die beiden jungen Männer freunden sich schnell an, während sie sich am Lagerfeuer über Pferde, Rodeo und Farmarbeit unterhalten. Ennis erzählt, dass er auf einer kleinen, ärmlichen Ranch in Wyoming, an der Grenze zu Utah, aufgewachsen sei. Er sei von seinem älteren Bruder und seiner Schwester großgezogen worden, nachdem seine Eltern bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen waren. Mutter und Vater hinterließen den Kindern die mit zwei Hypotheken belastete Farm sowie 24 Dollar in bar in einer Kaffeekanne. Ohne High-School-Abschluss und Berufsaussichten wuchs Ennis mit harter Arbeit und Entbehrungen auf. Er verlobte sich mit Alma Beers und spart Geld für ein kleines Stück Land. Ennis übernimmt sogar Jacks leidigen Posten und pendelt schließlich selbst zwischen Weideplätzen und Lager.
Aus der Freundschaft entwickelt sich jedoch etwas Anderes. Als Ennis eines Tages zu betrunken ist, um den Rückweg zu den weidenden Schafen anzutreten, muss er die Nacht bei Jack im Lager verbringen. Jack zieht, schlaftrunken, Ennis Arm über seine Schulter; in dem Moment springt Ennis auf und die Situation scheint zu eskalieren. Jack versucht ihn zu küssen und nach einiger Abwehr von Ennis kommt es zum Sex zwischen den beiden Männern. Am nächsten Tag tut Ennis es als eine einmalige Sache ab. Sie betonen, dass natürlich keiner von beiden schwul sei. Doch am Abend bleibt Ennis wieder im Lager und geht zu Jack in das Zelt. Ennis entschuldigt sich bei Jack für sein grobes und ablehnendes Verhalten und sie fangen an, sexuell aktiv zu werden. Der Winter bricht unerwartet früh herein, so dass sie schon im August – einen Monat früher als geplant – die Herde heruntertreiben. Ennis flucht, das Wetter betrüge sie um einen Monatslohn, und er weigert sich, den Berg zu verlassen. Während Jack das Zelt abbaut, sitzt Ennis alleine abseits auf einer Wiese und kommt offensichtlich nicht mit dem plötzlichen Abbruch der gemeinsamen Zeit zurecht. Ennis ist klar, dass es außerhalb des "verwunschenen Gartens" Brokeback Mountain keine gemeinsame Zukunft geben kann, er zumindest keine Lösung für eine gemeinsame Zukunft hat, was ihn bewegungslos und wütend macht. Diese Angst teilt Jack nicht und er versucht, ihn mit einem Lasso zu fangen, dabei kommt es zu einer heftigen Schlägerei zwischen den beiden, und es fließt Blut, das die Hemden der beiden befleckt. Auf den Vorschlag von Jack, sich in der nächsten Saison wieder in Brokeback Mountain zu treffen, geht Ennis nicht weiter ein. Ohne eine Umarmung oder irgendeine Bezeugung ihrer Freundschaft trennen sie sich. Ennis läuft die Straße entlang, geht nach wenigen Schritten in eine Seitengasse und bricht schluchzend und wütend zusammen, als Reaktion auf seine Unfähigkeit, mit der Situation umzugehen. Jack fragt ein Jahr später wieder nach für einen Job in Brokeback Mountain, in der Hoffnung, dass sein Freund Ennis dasselbe tut. Der Vermittler hatte jedoch die Liaison der beiden im Vorjahr beobachtet und macht Jack unmissverständlich klar, dass er für Männer wie ihn keine Arbeit hat.
Nach der Trennung von Jack kehrt Ennis zu seiner Verlobten Alma zurück, die er drei Monate später heiratet und mit der er zunächst in die Nähe der Stadt Riverton, Wyoming, und dann in die Stadt selbst zieht. Vier Jahre später - Ennis hat gemeinsam mit Alma zwei Töchter - erreicht ihn eine Postkarte, auf der Jack sein baldiges Eintreffen in Riverton ankündigt. Ennis kann das Wiedersehen mit seinem Freund kaum abwarten und zieht sich sein bestes Hemd an. Ihrer Leidenschaft erliegend, küssen sich die beiden bei ihrem Zusammentreffen unter einem Treppenabsatz, nicht ahnend, dass Ennis' Frau Alma sie dabei beobachtet. Jack hat in den vergangenen Jahren in Texas Bullen bei Rodeos geritten und Lureen, die Tochter eines reichen Landmaschinenhändlers, geheiratet, mit der er einen acht Monate alten Sohn hat. Jack und Ennis betrinken sich und landen im nächstgelegenen Motel. Jack und Ennis beschließen, sich von nun an zu gemeinsamen Treffen bei Brokeback Mountain zu verabreden, und verbringen zwei Mal im Jahr ihre Zeit auf angeblichen Angelausflügen. Die beiden deuten ihre Gefühle als Liebe, wagen jedoch nicht den Schritt, Frau und Kinder zu verlassen und eine Beziehung miteinander einzugehen. Vor allem Ennis ist gegen eine gemeinsame Zukunft, da er sich an ein traumatisches Erlebnis aus seiner Kindheit erinnert. Als er neun Jahre alt war, zeigte ihm sein Vater die Leiche eines homosexuellen Ranchers, der wegen seines Lebensstils ermordet worden war, indem er an seinem Penis zu Tode geschleift wurde, bis dieser abriss und er verblutete. Nach der Erzählung von Ennis kannte er den schwulen Rancher und er beschreibt ihn als sympathischen Kerl. Dieses einschneidende Erlebnis erklärt seine zwanghafte Angst, dass jemand in seinem Umfeld etwas von der Beziehung zu einem Mann mitbekommen könnte und seine Wut auf die Gesellschaft, die das nicht zulässt. In diesem Spannungsfeld erscheint Ennis der Ort Brokeback Mountain, in dem die beiden, außerhalb der Gesellschaft, ihrer Liebe nachgehen können, als die einzige Möglichkeit. Außerhalb von Brokeback Mountain zwingt ihn, aufgrund des traumatischen Kindheitserlebnisses, die Angst vor Entdeckung, ein möglichst angepasstes Leben, zu führen.
Alma weiß um ihr Geheimnis und ist es außerdem leid, immer zu Ennis' geringem Einkommen dazuverdienen zu müssen. Als die Töchter neun und sieben Jahre alt sind, lässt sie sich von Ennis scheiden und heiratet einen Lebensmittelhändler aus Riverton, für den sie all die Jahre gearbeitet hat.
Als Jack von der Scheidung hört, macht er sich sofort auf den Weg zu Ennis in der Hoffnung, dass jetzt sein Traum von einem gemeinsamen Leben in Erfüllung geht. Als er am Treffpunkt ankommt, hat Ennis seine beiden Töchter bei sich und geht nicht auf Jack ein sondern weist ihn, wie so oft, zurück. Er möchte das Wochenende lieber mit seinen Kindern verbringen. Daraufhin fährt Jack enttäuscht ab und weiter nach Mexiko, wo er anfängt, sich mit anderen Männern einzulassen.
Ennis nimmt bald darauf wieder die Rancharbeit auf und zieht durch Wyoming. Die nächsten Jahre über treffen sich Ennis und Jack sporadisch und unternehmen Ausflüge in die einsame Brokeback Mountain Gebirgslandschaft. Doch die Zeit fliegt davon, und vor allem Jack ist unglücklich über die Situation. Jack gesteht Ennis beim letzten Treffen 1983, 20 Jahre nachdem sie sich kennengelernt haben, dass er ihn manchmal so vermisst, dass er das nur schwer ertragen kann. Ennis schweigt. Als Jack am nächsten Morgen erfährt, dass Ennis wegen eines Jobs erst wieder im November für ein Treffen Zeit hat, rastet Jack aus. Er ist enttäuscht, dass Ennis in der vergangenen Woche kein Wort darüber verloren hat und er wieder Monate bis zum nächsten Treffen warten muss. Er will Ennis überzeugen, mit ihm nach Mexico zu gehen, wo das Leben für Schwule einfacher ist. Ennis hat gehört, was in Mexiko möglich ist, er wird aggressiv und wirft Jack vor, dass das nur für Männer wie ihn etwas sei. Jack gesteht, dass er schon in Mexiko war und Sex mit anderen Männern hatte. Darauf droht Ennis Jack an, ihn umbringen zu können, dafür, was er dort getan hat. Jack wirft Ennis vor, dass sie zusammen ein wirklich gutes Leben gehabt haben könnten, aber nichts weiter passiert ist, als zwei Treffen im Jahr und sie nie genug Zeit füreinander hatten, er aber keinen Weg weiß, wie er Ennis vergessen kann. Ennis bricht bei dem Streit zusammen und gesteht, dass er so nicht mehr weiter machen könne.
(An dieser Stelle ist im Film eine Rückblende auf die gemeinsame Zeit am Brokeback Mountain eingebaut: Ennis umarmt Jack von hinten und summt ein Lied, während Jack die Augen schließt und den Kopf senkt.) Beide trennen sich dennoch in Freundschaft.
Ennis trennt sich kurz darauf von seiner Lebensgefährtin, die ihn zur Rede stellt, jedoch auch hier schafft es Ennis nicht, die Wahrheit zu sagen.
Monate später kommt Ennis' Postkarte, mittels derer er sich mit Jack im November verabreden wollte, mit dem Vermerk „verstorben“ zurück. Er ruft bei Jacks Frau an, um zu erfahren, was passiert ist. Sie erzählt eine einstudierte Geschichte, dass bei einer Panne der Autoreifen während des Aufpumpens geplatzt sei und ihm die Felge ins Gesicht geschleudert worden ist. Jack seien die Nase und der Kiefer zertrümmert worden und er sei bewusstlos an seinem eigenen Blut erstickt. Während dieser Erzählung sind Bilder zu sehen, wie Jack zusammengeschlagen wird; er war bei seinem Tod nur 39 Jahre alt.
Ennis reist zu Jacks Eltern nach Lightning Flat, um den letzten Wunsch seines Freundes zu erfüllen und seine Asche auf dem Brokeback Mountain zu verstreuen. Jacks Mutter empfängt Ennis herzlich, während der Vater sehr zurückhaltend reagiert. Beide sind Pentecostals, die an die Dreifaltigkeit (Vater, Sohn und Heiliger Geist) glauben. Er erfährt, dass Jack jedes Jahr seine Eltern besucht und ihnen gegenüber immer wieder erwähnt habe, dass er plane, sich scheiden zu lassen, um mit Ennis eine Blockhütte in der Nähe zu errichten und die Farm seiner Eltern zu bewirtschaften. Einige Monate vor seinem Tod habe er sich entschlossen, mit einem Nachbarn aus Texas seine lang gehegten Pläne zu verwirklichen. Bei der Umsetzung dieses Plans wurde er gestellt und grausam getötet. Genaue Umstände erfährt man nicht, aber es ist klar, dass er wegen seiner Homosexualität getötet wurde.
In Jacks altem Zimmer entdeckt Ennis dessen blutverschmiertes Hemd, das Jack 1963 an ihrem letzten gemeinsamen Tag auf dem Brokeback getragen hatte. Als er es aus dem Schrank nimmt, fällt ihm auf, dass sein eigenes Hemd vom Kragen bis zu den Ärmeln gänzlich in das Hemd Jacks eingefügt wurde. Ennis hatte es bei der Abreise vermisst; jetzt wird ihm klar, dass Jack es an sich genommen hatte. Am Ende weigert sich Jacks Vater, Ennis die Asche seines Freundes am Brokeback Mountain verstreuen zu lassen. Nachdem Ennis nie gekommen ist, um mit Jack bei seinen Eltern zu bleiben, und Jack letztendlich im Frühjahr einen Freund aus Texas mitgebracht hatte, glaubt der Vater nicht mehr an den letzten Wunsch von Jack. Trotzdem heißt er Ennis in der Familie willkommen und die Mutter fragt ihn, ob er wiederkommt.
Ennis wohnt inzwischen in einem Wohnwagen, als ihn die ältere seiner beiden Töchter besucht, um ihn über ihre anstehende Hochzeit zu informieren. Er nimmt dies zunächst widerwillig zur Kenntnis. Dann ändert sich seine Stimmung, er stößt mit seiner Tochter auf deren glückliche Zukunft an und sagt sein Kommen zu. Seine Tochter vergisst bei ihrer Abreise einen Pullover. Ennis legt ihn zusammen und geht zum Kleiderschrank, um ihn dort zu verstauen. Nach dem Öffnen des Schranks sieht man die beiden bekannten Hemden auf einem Kleiderbügel übereinander auf der Innenseite der Tür hängen – diesmal hängt Ennis' Hemd über Jacks. Daneben ist eine Postkarte mit der Ansicht des Brokeback Mountain zu sehen. Ennis streicht über die Hemden und sagt mit Tränen in den Augen: „Jack, ich schwör's...“ Mit dieser Einstellung endet der Film.